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Heizungswartung: Lohnt sie sich wirklich? Eine Rechnung für Schweizer Hauseigentümer

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Eine regelmässige Heizungswartung kostet Geld. Aber was kostet es, darauf zu verzichten? Wir haben die Rechnung für fossile Heizungen und Wärmepumpen gemacht.


alltech Referenz Lautenbrunnen, Basel

Draussen ist es heiss und unsere Gedanken drehen sich um das nächste Glacé oder darum, ob wir uns vielleicht doch endlich eine Klimaanlage fürs Schlafzimmer anschaffen sollten. Der Gedanke an die Heizung und ihre Wartung ist selbst bei Hauseigentümern derzeit weit weg.


Und überhaupt: Warum Geld für eine Wartung ausgeben, wenn die Heizung bis jetzt doch wunderbar funktioniert hat?


Die Frage ist berechtigt. Wirtschaftlich betrachtet geht es bei der Heizungswartung nämlich nicht darum, möglichst viele Serviceeinsätze zu verkaufen. Entscheidend ist vielmehr, ob die Gesamtkosten für Wartung, Reparaturen und einen möglichen vorzeitigen Ersatz über die Lebensdauer der Anlage tatsächlich tiefer liegen.


Fossile Heizung: Wartung kann sich schnell rechnen


Für eine typische Wartung einer Öl- oder Gasheizung können Hauseigentümer in der Schweiz grob mit CHF 300 bis 700 pro Jahr rechnen. Für unsere Modellrechnung setzen wir CHF 500 pro Jahr an.


Bei einer angenommenen Nutzungsdauer von 15 Jahren entstehen damit:


15 × CHF 500 = CHF 7'500 Wartungskosten


Das klingt zunächst nach viel. Allerdings verhindert eine Wartung nicht nur mögliche Ausfälle. Sie ermöglicht auch, Verschleiss und kleinere Probleme frühzeitig zu erkennen und die Anlage möglichst effizient zu betreiben.


Schon wenige grössere Reparaturen können einen erheblichen Teil der Wartungskosten ausmachen. Eine Heizungsreparatur wird durch Arbeitszeit, Anfahrt und Ersatzteile schnell mehrere hundert Franken teuer. Bei umfangreicheren Reparaturen können die Kosten deutlich über CHF 1'000 liegen.


Verhindert die regelmässige Wartung über 15 Jahre beispielsweise drei grössere Reparaturen von durchschnittlich CHF 2'000, entspricht das bereits CHF 6'000. Damit wäre ein grosser Teil der Wartungskosten kompensiert.


Symbolbild Fossile Heizung

Wärmepumpen: Weniger Wartung, aber nicht keine Wartung


Bei Wärmepumpen sieht die Rechnung etwas anders aus. Sie benötigen in der Regel weniger regelmässige Wartung als fossile Heizungen. Das Bundesamt für Energie empfiehlt bei Wärmepumpen einen Service etwa alle ein bis zwei Jahre.


Als Schweizer Richtwert können CHF 200 bis 400 pro Jahr angesetzt werden. Für unsere Rechnung verwenden wir CHF 300 pro Jahr.


Über 15 Jahre ergibt das:


15 × CHF 300 = CHF 4'500


Damit liegen die kalkulierten Wartungskosten bereits rund CHF 3'000 tiefer als bei unserer Beispielrechnung für eine fossile Heizung.


Bei einer Wärmepumpe geht es deshalb weniger darum, durch häufige Wartung möglichst viele Reparaturen zu vermeiden. Wichtiger sind die regelmässige Funktionskontrolle, die Überprüfung der Anlage und das frühzeitige Erkennen von Problemen.


Symbolbild Wärmepumpe

Wartung kann auch die Energiekosten senken


Bei der Wirtschaftlichkeit einer Heizungswartung geht es allerdings nicht nur um Reparaturen. Aus Sicht von Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern gibt es einen weiteren, mindestens ebenso wichtigen Faktor: die laufenden Energiekosten.


Eine Wartung ist schliesslich mehr als eine Suche nach defekten Bauteilen. Der Heizungsfachbetrieb überprüft auch, ob die Anlage korrekt arbeitet und die vorhandene Energie möglichst effizient in Wärme umsetzt. Dabei können beispielsweise Einstellungen der Regelung überprüft und optimiert werden.


Ein einfaches Beispiel ist die Heizkurve. Ist sie zu hoch eingestellt, arbeitet die Heizung unter Umständen mit höheren Vorlauftemperaturen als notwendig. Eine Anpassung an das Gebäude und dessen tatsächlichen Wärmebedarf kann den Energieverbrauch reduzieren. Bei einer Wärmepumpe ist das besonders relevant, weil niedrigere Vorlauftemperaturen in der Regel auch einen effizienteren Betrieb ermöglichen.


Wie gross die tatsächliche Einsparung ist, lässt sich allerdings nicht pauschal beziffern. Eine gut eingestellte Heizung spart nicht automatisch einen bestimmten Prozentsatz an Energie. Entscheidend sind unter anderem Heizsystem, Gebäude, Alter der Anlage, bisherige Einstellungen und der tatsächliche Betriebszustand.


Drei Faktoren entscheiden über die Wirtschaftlichkeit


Wer die Kosten einer Heizungswartung beurteilen möchte, sollte deshalb nicht nur die Rechnung des Heizungsfachbetriebs betrachten. Entscheidend ist die Gesamtbilanz über die Lebensdauer der Anlage:


  1. Wartungskosten: Was kostet der regelmässige Service?


  2. Reparaturkosten: Welche Schäden und ungeplanten Reparaturen lassen sich durch frühzeitiges Erkennen möglicherweise vermeiden?


  3. Energiekosten: Läuft die Anlage effizient oder wird durch ungünstige Einstellungen und Betriebszustände unnötig Energie verbraucht?


Dazu kommt ein vierter Faktor: die Lebensdauer der Anlage.


Das Bundesamt für Energie rechnet bei verschiedenen Heizsystemen mit einer Richt-Nutzungsdauer von rund 15 Jahren. Eine Wartung garantiert zwar keine bestimmte zusätzliche Lebensdauer. Sie kann aber dazu beitragen, Verschleiss frühzeitig zu erkennen und den technischen Zustand der Anlage zu erhalten.


Je länger eine hochwertige Heizungsanlage zuverlässig betrieben werden kann, desto länger verteilt sich die ursprüngliche Investition auf die Nutzungsjahre.


Fazit: Wartung ist mehr als eine Versicherung gegen Defekte


Eine Heizungswartung ist keine Garantie dafür, dass eine Anlage nie ausfällt. Und sie bedeutet auch nicht automatisch, dass die Energiekosten sinken.


Wirtschaftlich betrachtet ist sie vielmehr eine Form von Risikomanagement und Betriebsoptimierung. Regelmässiger Unterhalt kann helfen, Reparaturen zu vermeiden, die Lebensdauer der Anlage zu erhalten und unnötigen Energieverbrauch zu reduzieren.


Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Eine Heizung kann technisch einwandfrei funktionieren und trotzdem mehr Energie verbrauchen als nötig. Sie wird dann zwar warm, arbeitet aber nicht optimal.


Für Eigentümer bedeutet das: Die Kosten einer Wartung sind nicht einfach eine zusätzliche Ausgabe. Im besten Fall hilft die Wartung gleichzeitig dabei, Reparaturkosten zu vermeiden, die Lebensdauer der Anlage zu verlängern und die laufenden Energiekosten zu senken.


Und noch etwas ist wirtschaftlich wichtig: Eine gut gewartete Anlage lässt sich meist besser planen. Statt im tiefsten Winter plötzlich vor einer defekten Heizung zu stehen, können notwendige Reparaturen oder ein späterer Heizungsersatz rechtzeitig vorbereitet werden. Und das gilt selbst während Hitzewellen, wie wir sie aktuell erleben.


Wartung mit alltech:







Unsere Modellrechnung: Mit welchen Kosten rechnen wir?

Die folgenden Berechnungen dienen als Orientierung für ein typisches Schweizer Einfamilienhaus. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem vom Heizsystem, Alter, Zustand und Umfang der Wartung ab.


Fossile Heizung (Öl/Gas)

Wir rechnen mit durchschnittlich CHF 500 Wartungskosten pro Jahr. Bei einer Betrachtungsdauer von 15 Jahren entspricht das CHF 7'500.


Wärmepumpe

Wir rechnen mit durchschnittlich CHF 300 Wartungskosten pro Jahr. Bei einem Serviceintervall von ein bis zwei Jahren entstehen bei 15 Jahren Betrachtungszeit rund CHF 2'100 bis 4'500, je nachdem, ob tatsächlich alle ein oder zwei Jahre ein kostenpflichtiger Service durchgeführt wird.


Diese Werte sind als Richtwerte und Modellannahmen zu verstehen. Das Bundesamt für Energie empfiehlt bei Öl- und Gasheizungen einen jährlichen Service, bei Wärmepumpen einen Service alle ein bis zwei Jahre.


Wichtig: Eine Wartung garantiert weder eine bestimmte Lebensdauer noch verhindert sie sämtliche Reparaturen. Die Rechnung zeigt deshalb keine garantierte Ersparnis, sondern soll verdeutlichen, wie sich regelmässiger Unterhalt auf die langfristigen Gesamtkosten einer Heizungsanlage auswirken kann.


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