Luxusumbau im Hotel Trois Rois mit Neil Bertschi
Aktualisiert: 1. Okt.
Vor wenigen Tagen ist eines der anspruchsvollsten Projekte zu Ende gegangen, an denen ich bisher gearbeitet habe. Gemeinsam mit meinem Kollegen Pascal Schudel und unserem Team durften wir einen ganzen Gebäudetrakt des Hotel Trois Rois in Basel umbauen.
Heute befinden sich dort unter anderem eine Juniorsuite, eine Präsidentensuite und ein neuer Wellnessbereich. Für die Gäste soll alles selbstverständlich funktionieren. Für uns bedeutete das monatelange Planung, enge Platzverhältnisse, anspruchsvolle Installationen und ein sehr knappes Zeitfenster.

Von Grund auf neu
Als wir den Gebäudetrakt zum ersten Mal besichtigten, war schnell klar, dass hier sehr viel Arbeit auf uns zukommen würde. Vom Dachgeschoss bis ins Erdgeschoss wurde praktisch alles zurückgebaut. Gleichzeitig lief der Hotelbetrieb in den übrigen Bereichen weiter.
Das stellte uns vor ganz konkrete Herausforderungen. Wasser konnte nur zu bestimmten Zeiten abgestellt werden. Material und Installationen mussten frühmorgens angeliefert werden. Für zusätzliche Verzögerungen war kaum Spielraum.
Denn der Termin stand fest. Zum Start der Art Basel am 19. Juni musste der neue Gebäudetrakt fertig sein. Dazu kam die alte Bausubstanz des denkmalgeschützten Gebäudes, die immer wieder für Überraschungen sorgte.
Sanitärinstallationen auf engstem Raum
Besonders anspruchsvoll war der neue Wellnessbereich im Dachgeschoss. Dort entstanden Massageräume, eine Sauna, ein Dampfbad und ein Tauchbecken. Unter der Dachkonstruktion war allerdings kaum Platz für die notwendigen Leitungen.
Das Abwasser- und Frischwasserkonzept musste deshalb sehr genau geplant werden. Gleichzeitig änderten sich die Voraussetzungen während der Bauphase. Die bestehende Holzdecke, die ursprünglich erhalten bleiben sollte, erwies sich aus statischen Gründen als nicht tragfähig. Die Planung musste angepasst werden und die Installationen entsprechend mitziehen.
Auch in der Präsidentensuite gab es einiges zu lösen. Im Badezimmer wurden zwei runde Duschen mit einem Durchmesser von jeweils 2,5 Metern eingebaut. Dazu kamen grosse Deckenbrausen und hochwertige Armaturen, die aufgrund ihrer langen Lieferzeiten bereits Monate im Voraus bestellt werden mussten.
Bei einem Projekt dieser Grösse reicht es deshalb nicht, die eigene Arbeit genau zu kennen. Man muss auch wissen, was die anderen Gewerke planen und wann welche Entscheidung fallen muss. Die Zusammenarbeit mit den Planern der SanPlan Ingenieure AG war dabei besonders wichtig.
Und natürlich war unser Sanitärteam jeden Tag gefordert. Es gab immer wieder Situationen, in denen wir schnell reagieren und eine praktikable Lösung finden mussten. Darauf können die Jungs wirklich stolz sein.
Viele Gewerke, ein gemeinsames Ziel
Auf einer Baustelle wie dieser greifen die Arbeiten eng ineinander. Ein Termin verschiebt sich und schon stehen mehrere andere Gewerke vor einem Problem.
Das zeigte sich beispielsweise bei der kleinen Küche im ersten Obergeschoss, die zur Präsidentensuite gehört. Auch die neue Bar im ehemaligen Ballsaal im Erdgeschoss musste in die gesamte Planung integriert werden.
Es gab viele Besprechungen direkt auf der Baustelle. Manchmal waren Entscheidungen innerhalb weniger Minuten nötig. Dazu kamen Änderungen, neue Vorgaben und Situationen, die sich erst nach dem Öffnen der bestehenden Bausubstanz zeigten.
Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie wichtig Erfahrung und ein gutes Team sind. Man muss die technischen Möglichkeiten kennen, gleichzeitig aber auch bereit sein, eine Lösung neu zu denken.

Was man später nicht mehr sieht
Heute sieht man dem Hotel nicht an, wie viel Arbeit in diesem Umbau steckt. Die Leitungen verschwinden hinter Wänden und Decken. Die Technik funktioniert, ohne dass der Gast darüber nachdenken muss.
Genau das macht für mich einen grossen Teil der Faszination dieses Berufs aus.
Ich weiss, wo wir auf engstem Raum Leitungen verlegt haben. Ich weiss, welche Lösungen wir während der Bauphase anpassen mussten und wie viele Gespräche und Entscheidungen dahintersteckten.
Am Ende soll davon möglichst wenig sichtbar sein. Der Gast soll einfach ein schönes Badezimmer, eine funktionierende Wellnessanlage oder eine komfortable Suite erleben.
Dass all das zuverlässig funktioniert, ist das Ergebnis vieler Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen.
Danke an alle, die bei diesem Projekt mitgezogen haben.



