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Strukturen geben halt - Menschen machen den Unterschied

  • Autorenbild: Martin Ming
    Martin Ming
  • 14. Okt. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Ein Gespräch mit Maurizio Russo, Leiter Vorfabrikation und Berufsbildner bei alltech Installationen AG


Seit 2010 ist Maurizio Russo Teil der alltech Installationen AG. Als Leiter der Vorfabrikation in Muttenz hat er in den letzten Jahren nicht nur einen zentralen Unternehmensbereich aufgebaut, sondern auch seine eigene Rolle stetig weiterentwickelt – vom jungen, zurückhaltenden Chef zum erfahrenen Teamleiter und Berufsbildner mit Herz.

Privat ist der vierfache Familienvater leidenschaftlicher Fussballtrainer beim FC Basel. Im Gespräch erzählt er, was ihn antreibt, was er gelernt hat – und warum ihn die Entwicklung von jungen Menschen besonders inspiriert.


Gruppenbild mit Maurizio Russo (Leiter VORFA, im Zentrum) mit einem Teil seines Teams


Maurizio, seit wann bist du bei alltech – und wie kam es damals dazu?

Ich bin 2010 zu alltech gekommen. Davor war ich bei der Firma Engel als technischer Berater tätig. Eines Tages wurde ich gefragt, ob ich bei alltech die ganze Vorfabrikation aufbauen möchte. Das war für mich ein grosser Moment – zum ersten Mal selbst Chef zu sein.


Am Anfang hatten wir zwei Mitarbeitende, heute sind es zehn. Ich hatte grossen Respekt vor dieser Aufgabe, war geschmeichelt, dass ich überhaupt angefragt wurde, aber auch unsicher. Ich war damals eher zurückhaltend und hatte Angst, Fehler zu machen. Mit der Zeit habe ich gelernt, mit Menschen zu arbeiten und sie zu führen.


Ich konnte unglaublich viel von Mauro Fusco in Arlesheim lernen – wir haben dort bis 2014 zusammengearbeitet. Mit dem Umzug nach Muttenz kam dann der grosse Entwicklungssprung. Heute ist die Vorfabrikation ein strategisch wichtiger Eckpfeiler für das ganze Unternehmen. Einige Aufträge wären ohne uns gar nicht mehr machbar. Ich habe diesen Schritt nie bereut.


Was war damals ausschlaggebend, dass du diese Herausforderung angenommen hast?

Ich habe gespürt, dass alltech mir Vertrauen schenkt und wirklich etwas Neues aufbauen will. Das hat mich gereizt. Auch wenn ich grossen Respekt hatte, war der Gedanke, etwas Eigenes mitzugestalten, sehr motivierend.


Gab es einen Moment, in dem du wusstest: „Das war die richtige Entscheidung“?

Ja, als ich gesehen habe, wie das Team gewachsen ist – fachlich und menschlich. Heute macht es mich stolz, wenn ich sehe, was wir gemeinsam aufgebaut haben.


Wie würden dich deine Kolleginnen und Kollegen beschreiben?

(lacht) Wahrscheinlich als ein bisschen streng – aber im positiven Sinn. Ich arbeite gerne mit klaren Strukturen und möchte, dass mein Team diese mitträgt. Gleichzeitig habe ich ein offenes Ohr für alle, auch für private Themen. Mit einigen habe ich auch ausserhalb der Arbeit Kontakt.


Früher war ich nicht so offen – ich mochte es gar nicht, wenn jemand einfach so in mein Büro kam und mir seine Sicht der Dinge mitteilte. Heute höre ich besser zu, kann Meinungen abwägen und übernehme auch Ideen von meinen Mitarbeitenden. Das musste ich lernen.


Wir in der Vorfabrikation sind im Unternehmen sehr beliebt, weil wir nicht nur eine wichtige Dienstleistung erbringen, sondern auch eine soziale Brückenfunktion haben – zwischen Bauleitung, Büro und Führung. Ich besuche auch gerne Baustellen, trinke einen Kaffee und spreche mit den Leuten vor Ort. Diese Offenheit ist mir wichtig.




Strukturen scheinen dir wichtig zu sein – was bedeuten sie für dich im Alltag?

Strukturen geben Halt und Klarheit. In der Vorfabrikation müssen wir effizient arbeiten, da hilft es, wenn jeder weiss, was zu tun ist. Aber innerhalb dieser Strukturen ist Platz für Eigeninitiative – das ist mir wichtig.


Diese Offenheit hat dich letztlich auch zum Berufsbildner gemacht, oder?

Ja, genau. Ich habe mich immer für Lernende eingesetzt. Zu meiner Zeit hatten sie kaum Unterstützung. Mauro Fusco meinte irgendwann, ich wäre eigentlich der perfekte Berufsbildner – und heute darf ich sie direkt begleiten. Das ist eine Aufgabe, die mich erfüllt.


Was hat dich ursprünglich in die Gebäudetechnik geführt?

Ich habe ursprünglich Sanitärinstallateur gelernt. Mein Vater meinte immer, ein Beruf am Bau sei die richtige Wahl. Ich wollte aber nicht denselben Weg gehen wie er (er war Gipser) oder mein Bruder (Elektriker).


Eigentlich wollte ich Zeichner werden – ich habe 1997 sogar bei alltech geschnuppert, bekam die Lehrstelle aber nicht. Bei Sanitär Eisinger hat man mir dann geraten, zuerst eine Lehre als Installateur zu machen, um das Handwerk zu verstehen, und später allenfalls Planer zu werden. Damals war ich natürlich anderer Meinung aber heute weiss ich, das war ein guter Tipp.


Nach der Lehre wollte ich dann weiterziehen, mein damaliger Chef wollte mich aber behalten – und hat mich nach einem Monat trotzdem entlassen. Das war hart. Danach war ich Projektleiter im Brandschutz, viel unterwegs, lernte die ganze Schweiz kennen, musste aber meine Leidenschaft, den Fussball, hintenanstellen.


Später kam ich zu Würth in den Aussendienst und absolvierte eine Verkaufsausbildung. Doch das war nicht meine Zukunft. Über gute Kontakte landete ich schliesslich bei Engel – zuerst im Aussendienst, dann intern als technischer Berater. Das war viel näher an meinem ursprünglichen Beruf – und führte mich letztlich zur alltech. Heute bin ich seit 16 Jahren hier – und fühle mich angekommen.


Was hast du aus dieser Zeit für heute mitgenommen?

Loyalität, Durchhaltevermögen und den Willen, mich weiterzuentwickeln. Ich weiss, wie es ist, unten anzufangen – und das hilft mir auch im Umgang mit Lernenden.


Du bist auch Trainer beim FC Basel. Gibt es Parallelen zu deiner Arbeit als Berufsbildner?

Absolut. Als Trainer eines Spitzenteams habe ich gewisse Vorgaben umzusetzen, genau wie als Berufsbildner. Beides erfordert Struktur, Geduld und Einfühlungsvermögen.


Die Fortschritte der Jungen zu sehen – ob auf dem Platz oder im Betrieb – motiviert mich enorm. Ich liebe es, wenn jemand mit Einsatz und Leidenschaft wächst. Diese Entwicklung mitzuerleben, ist für mich der schönste Teil der Arbeit.


Wie bist du überhaupt zum Trainerjob gekommen?

Ich habe schon früh angefangen, mich im Nachwuchsbereich zu engagieren – Fussball war immer meine grosse Leidenschaft. Heute trainiere ich beim FCB das FE12-Team Streller, zu zehn Prozent neben meinem Job. Das ist ein schöner Ausgleich.



Wenn du zurückblickst – welchen Tipp würdest du deinem jüngeren Ich geben?

(lacht) Auch wenn ich es damals nicht verstanden habe, ich würde sagen: Geh zuerst auf den Bau, bevor du Planer wirst. Diese Erfahrung ist Gold wert. In der Schweiz haben wir das Glück, dass man mit Wille und Fleiss alles erreichen kann, auch wenn man in der Schule nicht der Beste war.

Portraitbild Maurizio Russo vor gelbem Hintergrund


Unser System ermöglicht jedem, die Karriereleiter hochzuklettern – Schritt für Schritt. Das möchte ich den jungen Leuten mitgeben: Wenn du Einsatz zeigst, stehen dir alle Türen offen.




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